MERKURIUS DES MERKUR

Eugène Canseliet, L'Alchimie Expliquée Sur Ses Textes Classiques, Paris, 1972 Planche I, p 23.

Der Merkur des Merkur - Merkurius des Merkur - die Hauptfigur dieses Bilds ist ein geflügelter nackter Jüngling auf einer die Welt darstellende Erdkugel. Auf seinem Kopf trägt der Jüngling eine Krone. Über der Krone befindet sich ein spagyrisches Symbol für den Merkur.

In jeder seiner beiden Hände hält der Jüngling einen Merkurstab. Über den Merkurstab jeder Seite hinaus sehen wir einen Vogel, einer Krähe gleichend, symbolisch stehend für die Putrefaktion.

Die signifikantesten Embleme auf diesem Bild sind jene, die das Fliegen des gekrönten Jünglings als Bote der Götter, zeigen. Dies zeigt, das er nicht nur den spagyrischen Merkur, sondern genauso berechtigt den mystischen Merkur darstellt.

Der Schild oder die Platte an der Brust des Jünglings wird von der Korona der  Sonne eingegrenzt, vertetend für den philosophischen Schwefel. In der Mitte des Sonnenemblems sehen wir ein komplexes Symbol, zusammengesetzt aus zwei wichtigen Symbolen. Diese zwei Symbole  bedeuten, das sich der Philosophische Merkur aus einer gemischten Arbeit zusammensetzt, also der mystische und der spagyrische Merkur.

Die Basis dieses Symbols repräsentiert eine durchkreuzte Erdkugel. Diese stellt den mineralischen oder spagyrischen Merkur dar. Dieses Metall wird durch die symbolische Projektion nach oben in Flamel's Saturn transformiert, den Regulus der Sonne erzeugend mit dem Sternkönig.

An den Extremitäten der waagrechten Linie, die das Kreuz der durchkreuzten Erdkugel formt, sehen wir zwei gleiche Embleme, unterscheidbar als die spagyrischen Symbole für das Ammoniumsalz.

Alchemistisch gesehen, ist die Anbringung von so fortgeschrittenen, spagyrischen Symbolen in einer so tiefen Position problematisch, praktisch. Die Tatsache, das das Symbol doppelt auf jeder Seite des Globus vorhanden ist, könnte einem Glauben machen, es handle sich um Ammoniumsalz und das andere sei Nitrum oder Sand und Metallspäne.

Nachhallend der Putrefaktion, die im Äußersten durch zwei Krähen symbolisiert wird.

Um den philosophischen Merkur oder den solaren Regulus in Verbindung mit dem Stern des Königs zu erhalten, muß der spagyrische Merkur, symbolisch über der Krone dargestellt, neunmal destilliert werden, so wie Philalethes es im Geöffneten Eingang zu dem verschlossenen Palast des Königs und Flamel im Brèviere oder Testament beschreiben.

Dieser philosophische Merkur, dargestellt durch den geflügelten, nackten Jüngling, gekrönt, wird anschließend symbolisch im versiegelten philosophischen "Ei" gekocht, bzw.  mit der Sonne in einem Ofen mit den entsprechenden Feuergraden.

Nach unserer Meinung ist die symbolische Darstellung des alchemistischen Werks, die in Tafel I gezeigt wird, in Übereinstimmung mit dem Werk des L'Alchimie Expliquée Sur Ses Textes Classiques.

Rubellus Petrinus